VPN vs. Firewall: 4 wesentliche Unterschiede
Da VPNs und Firewalls oft zusammen verwendet werden, kann es schwierig sein, ihre technischen Unterschiede zu ermitteln. Vereinfacht gesagt, überwachen Firewalls, wer oder was Zugriff auf Unternehmensressourcen anfordert, während VPNs es Benutzern ermöglichen, sicherere Verbindungsprotokolle für diese Anfragen zu verwenden.
Was ist ein VPN?
Da Remote-Mitarbeiter häufig auf Ressourcen aus einer Vielzahl unterschiedlicher Netzwerke zugreifen müssen – von völlig ungesicherten öffentlichen Netzwerken bis hin zu abgeschotteten WLAN-Routern zu Hause –, wollen viele Unternehmen eine Grundlage für verschlüsselten und authentifizierten Zugriff schaffen.
Wie funktioniert ein VPN?
So funktioniert ein VPN in seiner einfachsten Form:
- VPN-Client installieren: Der Benutzer installiert die VPN-Software auf seinem Gerät.
- Authentifizierung: Der Mitarbeiter öffnet den Client und meldet sich mit seinen Zugangsdaten und mehrstufiger Authentifizierung an.
- Erstellen eines verschlüsselten Tunnels: Der VPN-Client stellt mithilfe von Protokollen wie OpenVPN oder IPsec einen sicheren Tunnel zum VPN-Server des Unternehmens her.
- Zugriff auf internes Netzwerk: Der Benutzerdatenverkehr wird über das Firmennetzwerk geleitet, wodurch der Zugriff auf interne Ressourcen ermöglicht wird.
- Site-to-Site-VPNs: Ähnliche Tunnel verbinden verschiedene Filialnetzwerke miteinander.
Was ist eine Firewall?
Wenn ein Benutzer oder ein Gerät eine Ressource von einem beliebigen Server anfordert, ist es auf das Senden und Empfangen von Datenpaketen angewiesen. Diese Pakete enthalten Informationen über:
- Was wird gesendet?
- Wer hat es angefordert oder gesendet?
- An welchen Port wird es gesendet?
Anhand dieser Schlüsseldatenpunkte kann ein Analyst feststellen, wem der Zugriff gewährt werden sollte.
Firewalls sind eine Art Reverse-Proxy, der strategisch am Netzwerkrand oder innerhalb des Rechenzentrums platziert wird und es ermöglicht, jeglichen Datenverkehr, der versucht, diese Grenzen zu überschreiten, genau zu überwachen. Diese Platzierung ermöglicht es der Firewall, Datenpakete in Echtzeit anhand spezifischer Kriterien zu prüfen und zu authentifizieren.
Wenn ein Datenpaket diese Sicherheitsstandards nicht erfüllt, blockiert die Firewall dessen Eintritt in das Netzwerk bzw. dessen Austritt. Auf diese Weise können sowohl eingehender als auch ausgehender Netzwerkverkehr gefiltert werden.
Stateless Firewall
Stateless Firewalls bewerten jedes Paket einzeln. Sie ermöglichen Regeln wie „Blockieren des gesamten eingehenden Datenverkehrs auf TCP-Port 22“. Die Firewall verfügt über keine internen Analysefunktionen und prüft lediglich jedes Paket auf den vorgesehenen Port. Viele zustandslose Firewalls werden heutzutage mit vorkonfigurierten Regeln geliefert, die weitgehend universell einsetzbar sind.
Dies ermöglicht einen sofortigen Basisschutz, sobald die Firewall installiert ist.
Stateful- Firewall
Stateful Firewalls sind neuer und intern komplexer. Eine zustandsbehaftete Firewall sammelt Informationen über jede Verbindung, die sie durchläuft, und erstellt auf Basis dieser Datenpunkte Profile von „sicheren“ Verbindungen. Bei jedem neuen Verbindungsversuch vergleicht die Firewall diesen mit den etablierten Attributen vertrauenswürdiger Verbindungen.
Wenn der Verbindungsversuch diese Sicherheitskriterien erfüllt, wird die Verbindung zugelassen; andernfalls verwirft die Firewall die Datenpakete. Jedes Datenpaket enthält Metadaten, die den Inhalt der darin enthaltenen Daten beschreiben.
VPN vs. Firewall: Die 4 wichtigsten Unterschiede
Da diese beiden Werkzeuge zusammen verwendet werden, werden hier die vier wichtigsten Unterschiede aufgezeigt.
#1. Art des Schutzes
VPNs Der Fokus sollte auf der Verschlüsselung aller Daten liegen, die zwischen Benutzern und Unternehmensservern ausgetauscht werden. Dies verhindert das Ausspähen und Man-in-the-Middle-Angriffe (MitM), die durch kompromittierte WLAN-Router entstehen können. Zusätzlich zur Verschleierung jeglicher Internetaktivitäten vor externen Blicken ersetzt es auch die reale IP-Adresse eines Geräts durch eine IP-Adresse des VPN Anbieters.
Firewall Schutz konzentriert sich stärker darauf, festzustellen, wie Benutzer und Geräte mit Ressourcen in einem internen Netzwerk interagieren, und anschließend unautorisierte Aktivitäten herauszufiltern.
Dadurch spielt die Firewall eine weitaus größere Rolle bei den täglichen Entscheidungen und Strategien von Cybersicherheitsanalysten.
#2. Netzwerkstandort
Clientbasierte VPNs erfordern die Installation sowohl auf dem/den Client-Gerät(en) als auch auf dem internen VPN-Server.
Der Standort einer Firewall ist viel stärker von der übergeordneten Organisation abhängig. Einfachere, kleinere Unternehmen platzieren manchmal einfach ein solches Gerät zwischen dem zentralen Gerät und dem öffentlichen Internet. Größere Organisationen unterteilen komplexe Netzwerke in kleinere, voneinander unabhängige physische oder logische Netzwerkkomponenten.
Diese Segmente werden dann durch eine Firewall geschützt, die den Datenverkehr zwischen den verschiedenen internen Segmenten steuert.
#3. Datenverschlüsselung
VPNs verschlüsseln Ihre Internetaktivitäten und ersetzen die echte IP-Adresse Ihres Geräts durch eine IP-Adresse des VPN Anbieters.
Firewalls sind nicht in der Lage, den Internetverkehr zu verschlüsseln, und ältere Firewalls haben sogar Schwierigkeiten mit der Analyse verschlüsselter Pakete.
#4. Anpassbarkeit
VPNs lassen sich nicht so individuell anpassen wie Firewalls. Die Optionen beschränken sich darauf, das beste Verschlüsselungsprotokoll für Ihren Anwendungsfall auszuwählen und zu entscheiden, ob Funktionen wie Split-Tunneling genutzt werden sollen. Diese Einstellungen erlauben nur, dass bestimmte Anfragen über den VPN-Anbieter geleitet werden, und führen zu einer geringeren Auslastung des VPN-Servers.
Vollständige Tunnel hingegen garantieren, dass der Schutz eines VPNfür den gesamten Datenverkehr erhalten bleibt. Zu den weiteren Konfigurationsmöglichkeiten eines leichten VPN gehören die Authentifizierungsoptionen, wie zum Beispiel die Frage, ob MFA implementiert werden soll oder nicht.
Letztendlich ist die VPN-Architektur jedoch fest integriert.
Firewalls sind sehr individuell anpassbar. Ihre Regelsätze bestehen aus zwei Teilen: den Auslösebedingungen und der Aktion, die die Regel beim Auslösen ausführen soll. Da Regeln kombiniert und verschachtelt werden können, kann das Endergebnis jeder Firewall-Bereitstellung drastisch unterschiedlich sein.
Transparenz vs. Verschlüsselung: VPNs und Firewall gemeinsam nutzen
Grundvoraussetzung für sicheren Unternehmensdatenverkehr ist die Verschlüsselung des gesamten sensiblen Datenverkehrs sowie die detaillierte Transparenz und Kontrolle, sobald dieser die Firewall erreicht. Das mag zunächst etwas paradox erscheinen, bis man erkennt, dass es möglich ist, alle VPN-Tunnel über eine Next Generation Firewall (NGFW) zu leiten.
Traditionell müsste eine Firewall Folgendes leisten:
- Entschlüsseln Sie die Verschlüsselung.
- Analysieren Sie den Inhalt jedes Pakets.
- Verschlüsseln Sie den Datenverkehr mit einem neuen Schlüssel erneut, bevor die Anfrage an die vorgesehene Ressource weitergeleitet wird.
Dies ist nicht der beste Ansatz und kann die Latenz erhöhen. Heutzutage verfolgen DPI-Methoden einen eher übergreifenden Ansatz zur Identifizierung verdächtiger Pakete, indem sie grundlegende Paketinformationen mit den Metadaten korrelieren.
Durch Verhaltensanalyse kann DPI den Netzwerkverkehr filtern, um gefährliche oder verdächtige Aktivitäten auf der Grundlage der Aktionen des Datenverkehrs oder des Hosts in seinem weiteren Kontext zu erkennen, anstatt sich auf den genauen Inhalt jedes verschlüsselten Pakets zu verlassen. Dies ermöglicht einen schnelleren Datendurchsatz, erhält aber dennoch die Entschlüsselungsfunktionen für den Fall, dass eine genauere Überprüfung erforderlich ist.
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